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Regimentsgeschichte
"Regiment La Sarre"
Das renommierte französische Regiment
La Sarre ist heute meist nur durch seinen siegreichen
Einsatz bei Fort William Henry (bekannt durch Filme wie der
letzte Mohahikaner) und in Amerika besonders durch den Einsatz
bei Yorktown bekannt
manch einer mag sogar noch wissen, dass
der Berühmte Festungsbauer Vauban als junger Leutnant im Regiment
La Sarre diente. Deshalb wollen wir hier etwas näher auf die
Geschichte des Regiments eingehen:
Regimentsgründung
bis zum 7jährigen Krieg
Das Regiment wurde 1650 bzw. 1651 in Lothringen unter dem Namen
De Ferté-Sennecterre (Namensgeber war entsprechender
maréchal de France) ausgehoben. Wie zu der Zeit üblich,
war das Regiment ein Privates, weshalb sich der Name des Regiments
meist nach dem Besitzer richtete.
Es war damals durchaus üblich, Regimenter
nur für die Dauer eines Feldzuges aufzustellen. Meist wurden
sie entweder durch Kampfhandlungen aufgelöst oder weil sie
in Friedenszeiten nicht mehr benötigt wurden. Durch zahlreiche
Kriege, vom Devolutionskrieg 1667 bis zum Pfälzer Erbfolgekrieg
bis 1697 hielt Frankreich ein großes Militärkontingent
unter Waffen, sodass das Regiment weiter bestehen blieb. Nach den
Kampagnen gegen Luxemburg und die Pfalz im Rahmen der Réunionspolitik
Ludwigs des XIV entstand durch Teilung Lothringens das Gebiet La
Sarre. 1685 erfolgte dann die Umbenennung des Regiments in
Regiment La Sarre. Mit der Umbenennung wurde das Regiment
wohl auch ab diesem Zeitpunkt von Ludwig dem XIV gekauft und Teil
der grande armée de France.
Die Stammnummern in der Armee des ancien
régime spiegelten immer das Ansehen der Regimenter innerhalb
der Armee wieder und waren daher immer heiß umkämpft.
Das Régiment La Sarre behielt über Jahre hinweg die
Nummer 34, bis dieses System 1791 kurz vor der französischen
Revolution zugunsten einer zentral einheitlichen numerischen Ordnung
der Regimenter geändert wurde. Ab dann wurde aus dem Régiment
La Sarre das 51e régiment dinfanterie.
Die französischen Infanterie Regimenter
zur Zeit des 7jährigen Krieges setzten sich in der Regel aus
1 bis 2 Bataillonen zusammen, allerdings gab es auch einige wenige
Regimenter mit 3 und 4 Bataillonen. Das Regiment La Sarre bestand
aus 2 Bataillonen. Ein Bataillon bestand ab 1757 aus 17 Kompanien
und dem dazugehörigen Stab. Diese waren unterteilt in 16 Kompanien
Füsiliere und 1 Kompanie Grenadiere. Der Stab bestand aus:
1 Oberst (colonel), 1 Oberstleutnant (lieutenant colonel), 1 Major
(major), 1 aide-major, 1 Feldgeistlicher (aumônier) und einem
Stabsarzt (chirurgien).
Die Stärke der Kompanien setzte
sich wie folgt zusammen:
Die Füsilier Kompanie wurde geführt von einem Hauptmann
(capitaine) und einem Leutnant (lieutenant), diese wurden von 2
Feldwebel (sergent) und 3 Unteroffizieren (caporaux) unterstützt.
Hinzu kamen 3 Gefreite (ansepessades) und 31 Soldaten (fusiliers)
und ein Trommler (tampour). War also insgesamt 42 Mann stark.
Die Grenadier Kompanie wurde ebenfalls von einem Hauptmann (capitaine)
geführt dieser wurde von einem Ober-Leutnant (lieutenant) und
einem Leutnant (sous-lieutenant) unterstützt. Ferner gab es
ebenfalls 2 Feldwebel (sergent), 3 Unteroffizieren (caporaux) und
3 Gefreite (ansepessades). Sowie 36 Soldaten (grenadiers) und ein
Trommler (tampour). Also insgesamt 48 Mann.
Somit war ein Bataillon 685 Mannschaften und Unteroffiziere und
35 Offiziere stark. Im Felde wies diese theoretische Stärke
aber deutliche Unterschiede nach unten auf. Mann kann wohl eine
Kampfstärke von 550 Mann als durchschnittlichen Wert ansehen.
Über den Einsatz des Regiments vor
dem 7 jährigen Krieg ist wenig bekannt, zeitweise war das Regiment
wohl in Saarlouis stationiert (aber auch das Regiment Picardie,
daher der Stadtteil Picard). In den Jahren 1702-1703 ist der Einsatz
eines Bataillons des Regiments LaSarre in der von kaiserlichen Truppen
belagerten Festung Landau verbürgt. Colonel des Regiments war
seit 1745 Louis Gouy Sacriste de Tombebeuf chevalier später
marquis de Montpouillan, bis das Regiment 1762 vom Comte de Peyre
geführt wurde.
7jähriger Krieg und Einsatz in Kanada
Im 7jährigen Krieg wurden die beiden Bataillone getrennt eingesetzt.
Während das 1. Bataillon auf dem europäischen Kriegsschauplatz
verblieb, wurde das 2. Bataillon 1756 nach Kanada verschifft. Das
1. Bataillon war Teil der Armee, die unter dem maréchal de
Beauvau nach Spanien zog, um dort gegen die mit den Briten verbündeten
Portugiesen vorzugehen. Es nahm unter anderen an der erfolgreichen
Belagerung von Almeïda teil, da im Regiment La Sarre immer
eine große Anzahl Ingineure und Fachleute für Befestigungen
Dienst taten. Danach verblieb es in Andalusien und kehrte 1763 nach
Frankreich zurück. Doch zurück zum 2. Bataillon nach Kanada:
Eine Flotte bestehend aus den Fregatten
La Sauvage, La Licorne und La Sirène und den Schiffen Le
Héros, L'illustre und Le Léopard verliess zwischen
dem 02. und 06.April 1756 den Hafen von Brest, an Bord neben dem
2. Bataillon La Sarre auch das 2.Bataillon Royal -Roussilon. Ebenso
an Bord, General Marquis de Montcalm, Louis-Antoine de Bougainville
als Adjutant, François Gaston Duc de Lévis, Louis-Joseph
de St.Véran und François-Charles Bourlamaque. Das
2.Bataillon LaSarre unter seinem Kommandeur Lieutenant-colonel Étienne-Guillaume
de Senezergues de la Rode bestand aus 525 Soldaten und 31 Offizieren.
Die Héros (Vaisseau de 2e rang, 2 Decks mit 74 Kanonen, Baumeister
Joseph-Véronique-Charles Chapelle,in Brest 1752 gebaut, 1500frz.
Tonnen, Masse 164 X 43 X 20,6, 28 Kanonen 36 livres, 30 Kanonen18livres,
16 Kanonen 8livres) unter ihrem Kapitän Monsieur Beaussier
(Boissier) de l'isle transportierte neben dem Kommandeur des Regiments
La Sarre de Senezergues auch Monsieur Dumesnil-Simon aide-major
und die 9 Kompagnien: Du Parquet, La Ferté, Doms, Remigny,
Villar, L'Estang de Celles, Mauran, La Ferté de Mun et Dupont.
Die Léopard (Vaisseau de 3e rang mit 62 Kanonen,erbaut von
Bte. Coulomb in Toulon 1727, 1100tx, 142 X 41,4 X 18,6, 24-24, 26-12,
12-6) unter ihrem Kapitän Sieur de Gomain lieutenant des vaisseaux
transportierte noch 3 Kompagnien La Sarre (Boschatel, Champredon
und Beauclair), die Grenadierkompagnie de Palmarolles, sowie 3 Kompagnien
des Regiments Royal Roussillon.
Am 12.Mai 1756 kam die Héros
in Québec an, die Léopard folgte am 31. desselben
Monats. Die sanitären Zustände auf der Léoprad
waren jedoch so verabscheuungswürdig, dass 200 Mann ins Lazarett
eingewiesen werden mussten.
Am 05.Juni 1756 verliessen die beiden Bataillone Québec und
erreichten Montreal am 13. Am 18.Juni zogen sie mit General Montcalm
ins Fort Frontenac am Ontariosee ein. Vom 03.Juli an, kämpften
sie vor dem britischen Fort Oswego gegen die Truppen von Colonel
Mercer, wobei am 15.August die siegreiche Einnahme des Forts gelang.
Dadurch errang Frankreich die komplette Kontrolle über den
Ontariosee.
1757, am 1.März ist ein siegreicher
Tag für das Regiment
Fort William Henry wird erobert und
zerstört. Nachdem es von den Briten als Fort George wieder
aufgebaut wurde, wird es von den Franzosen erneut am 09. August
eingenommen. Hunderte Gefangene werden im Anschluss von den indianischen
Verbündeten der Franzosen niedergemacht.
1758 marschierte General Marquis
de Montcalm mit dem Bataillon LaSarre zum Fort Carillon, wo er am
Fluss Bernet eine empfindliche Schlappe hinnehmen musste: 254 Tote
und 112 Gefangene. Montcalm liess daraufhin vor Fort Carillon Verhaue
errichten, die in der folgenden Schlacht entscheidend wurden: 3000
Soldaten, Milizionäre und Indianer wehrten eine 15.000Mann
starke britisch/amerikanische Armee ab!!! Das Regiment LaSarre auf
der linken Flanke rächte sich fürchterlich für die
vorangegangene Schlappe: 377 Tote und Verletzte gegenüber 1944
gefallene Briten.
1759 wurden die Kräfte des
Regiments nach Québec zurückgeführt, wo die ersten
britischen Schiffe am 23.Juni auftauchten. Über 200 Schiffe,
ein Viertel der britischen Marine, warfen Anker. 18.200 Soldaten,
Milizionäre und Indianer sahen sich einer Übermacht von
9000 regulären und 18000 britischen Marinesoldaten gegenüber.
Am 12. Juli begann das britische Bombardement auf Québec.
Am 31. Befahl der britische Befehlshaber James Wolfe den Angriff
auf die Küste von Beauport. Aber LaSarre, Royal-Roussillion,
Franches de la Marine und Milizionäre schlugen die Anlandung
von 4000 Soldaten erfolgreich zurück. Durch eine List schaffen
die Briten jedoch am 13. September 4441 Soldaten auf die Abrahamsebene.
4800 Kanadier und Franzosen, darunter das Regiment LaSarre stellten
sich Ihnen erfolglos entgegen. Die Briten standen diszipliniert
im Feuer der Franzosen, die Gewehre mit 2 Kugeln geladen. Als die
Franzosen in den Nahkampf stürmten, richteten die beiden bis
dahin zurückgehaltenen Salven ein solches Blutbad an, dass
die Franzosen sich zurückziehen mussten. In dieser entscheidenden
Schlacht kamen 1300 Soldaten, sowie beide Befehlshaber ums Leben.
James Wolfe noch am Schlachtfeld, Montcalm erlag einen Tag später
seinen Wunden und auch Senezergues starb bald darauf auf einem britischen
Schiff.
Unter der Befehlsgewalt des Gouverneurs Marquis de Vaudreuil gingen
die Franzosen trotz Überzahl nicht zur Gegenattacke über,
sondern zogen sich auf Montréal zurück und ließen
die Briten in der Stadt Québec überwintern.
Im Frühjahr 1760 verließ
Murray Québec mit 3800 Soldaten und 20 Kanonen. In der folgenden
Schlacht von St.-Foy verlor Murray mehr als 1000 Soldaten und die
Franzosen, darunter das Regiment LaSarre, waren wieder siegreich.
Vom Regiment fiel hierbei Capitain Dupras.
In der Hoffnung auf Verstärkung belagerten die Franzosen unter
dem Duc de Lévis nun Québec. Doch anstatt französischer
Schiffe, erscheint nur eine britische Fregatte und zerstört
so die französischen Hoffnungen, Québec nochmals einnehmen
zu können. Im Gegenteil befinden sich die Franzosen nun eingeklemmt
zwischen 3 britischen Armeen: Murray in Québec, Amherst vom
Ontariosee und DeHavilland aus Richtung Chamberlain-See
insgesammt
18.000 Mann stark.
Auf der Insel St.Hélène befiehlt Lévis, die
Regimentsfahnen zu verbrennen, nachdem die Briten einen ehrenvollen
Waffenstillstand nicht akzeptieren wollen. Am 08.September wird
die Übergabe von Neu-Frankreich unterzeichnet. Am 15.September
schiffen sich 130 Soldaten und Offiziere des Régiments LaSarre
wieder ein, um nach Frankreich zurückzukehren. Am 03. Dezember,
sollen sie in Larochelle endlich wieder Fuss in ihre Heimat setzen
130
von 556 Männern
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