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Uniform
und Ausrüstung
1)
Uniform
Die
Decrets d'application schrieben erstmalig im März
1729 Schnitt und Farbe der Uniformen vor, ohne dass nachhaltig auf
die Umsetzung dieser Vorschrift geachtet wurde. Jeder Regimentsinhaber
erhielt in der Regel vom König ein Salär zugewiesen, um
sein Regiment auszurüsten und einzukleiden. Für viele
war dabei die Verlockung zu groß und sie zweigten Teile dieses
Geldes für sich selbst ab, weswegen die Truppen bezüglich
Qualität und Einheitlichkeit oftmals zu kurz kamen.
Die Uniform des Régiments La Sarre bestand, wie in allen
rein-französischen Regimentern dieser Zeit, aus einem weißen
bis hellgrauem Rock und einer passenden Kniebundhose. Ungefärbter,
weißer oder grauer Stoff war am Billigsten und sofern die
Truppe nicht zu den Garden oder Haustruppen des Königs gehörte,
waren Uniformen und Effekten im damaligen Frankreich generell von
allerbilligster Qualität. Dazu wurden weiße Gamaschen
getragen.
Das Regiment führte seit Einführung einer Uniformierung
bereits die hellblauen Ärmelaufschläge und das weiße
Grundtuch. Weiteres Unterscheidungsmerkmal des Régiments
waren eine lang-ärmelige (!), rote Weste. Diese ging modebedingt
bis fast zur Hälfte des Oberschenkels. Dadurch war sie von
vorne deutlich zu sehen. Weiter hatte der Rock ab 1757 einen blauen
Kragen. Farbe von Weste, Kragen, Knöpfe und Aufschläge
waren auf den ersten Blick die Erkennungsmerkmale der verschiedenen
Regimenter, zudem noch für den geübten Betrachter der
Schnitt und die Anordnung der Knöpfe auf der rein dekorativen
Taschenklappe.
Ferner waren beim Regiment alle Knöpfe und die Verzierungen
am Dreispitz in Messing bzw. in Goldtresse gehalten. Zum Vergleich:
Andere Regimenter hatten Zinnknöpfe und eine weiße Tresse.
Das weiße Grundtuch, die blauen Aufschläge und die rote
Weste haben jedoch nichts mit der durch die Revolution aufkommende
Trikolore zu tun!
2)
Fahne
Jedes
Regiment der französischen Armee besaß 2 Fahnen. Die Regimentsfahne
(Ordonnanzfahne) und die Fahne des Königs bzw. drapeau colonelle.
Die Regimentsfahne war bei jedem Regiment unterschiedlich und konnte
durchaus sehr farbenfroh sein, generell wurde jedoch das weisse
Kreuz der Armagnacs (frz.Partei im 100jährigen Krieg) drauf
geführt. Die Fahne des Régiment La Sarre war eher schön
schlicht in Ihrer Farbgestaltung (siehe rechts).
Da Weiß
die Farbe des Königs war, bestand die Fahne des Königs aus einem
weißen Tuch mit 4 sehr dünnen schwarzen 90° Winkeln (weißes Kreuz
auf weißem Grund!). Da die
Größe der Fahnen in der Zeit zwischen der Regentschaft Louis XIV
(1661-1715) und LouisXVI (1774-1792) sehr stark variierte (die Fahnen
reduzierten sich in dieser Zeit von ca. 220 x 220 cm auf ca. 150
x 150 cm) ist die Größe um 1750 wohl mit ca. 180 x 180cm anzunehmen.
Genaue
Berichte darüber sind nicht bekannt. An der Fahnenstange wurde seit
der Schlacht von Fleurus 1690 ein weisses Fahnenband eingeführt,
das man mittels Kordel in den Farbe der Fahne befestigte.
3)
Ausrüstung
Die Ausrüstung
der Soldaten bestand aus der oben erwähnten Uniform. Dazu wurden
zusätzlich folgende Teile getragen:
Hauptwaffe: ein 159,30 cm langes, glattläufiges
und einschüßiges, Steinschlossvorderladergewehr im Kaliber
17,5mm, aus den Manufakturen Charleville, Maubeuge und St.-Etienne
in den Modellen 1717 bzw. 1728hergestellt, mit typischem Kuhfuss-Kolben,
dazu ein Dreikant - Tüllenbajonett (ca. 45cm). Das Modell 1728
wurde in 375.000 Exemplaren hergestellt und wog 4,1kg. Die folgenden
Modelle 1746 und 1754 wiesen gegenüber dem 1728er Modell nur
Detailveränderungen auf und wurde mehr als 200.000 mal produziert.
Somit war dieses Gewehr mit kleinen Änderungen Vorbild für
alle Gewehrproduktionen der folgenden 138 Jahre!
- Seitenwaffe:
wie weiter oben beschreiben, entweder aus einem ca. 95cm langem,
geraden Degen oder einem ca. 75cm langem, leicht gebogenen Säbel.
Während des Einsatzes in Amerika sehr häufig gegen einen indianischen
Tomahawk oder ein Beil ausgetauscht.
- Ein
Koppel mit angenähten Halter für Seitenwaffe und Bajonett
- Einer
Patronentasche mit Schulterriemen (in verschiedenen Größen, je
nach Waffengattung)
- Einer
Wasserflasche aus Blech oder aber aus einem Kürbis. Letztere waren
sehr beliebt, da das Wasser nicht nach Metall schmeckte.
- Einer
Art Rucksack, der sog. Sac de Bagage. Hier ist das
Wort Rucksack wörtlich zu nehmen, denn es war ein einfacher
Leinenbeutel (ca. 75cm x 150cm) der mit einem Lederriemen über
die Schulter getragen wurde.
Brotbeutel,
Wolldecken, Schlafsäcke und ähnliche „Luxusartikel“ wurden
von der französischen Armee nicht offiziell ausgegeben.
Zelte,
Kochgeschirr und andere sperrige Gegenstände, die man für eine funktionierende
Armee benötigte, wurden auf Trosswagen mitgeführt.
 
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